Es gibt viele Gründe, Theo Kapilidis, den griechischen Gitarristen, der seit 1991 in der Schweiz lebt, zu übersehen respektive zu überhören. Zum einen ist er einer, der kein grosses Gedöns von sich hermacht. Und dann spielt der 53-Jährige eine Musik, die sich zunächst anhört wie gut abgehangener Mainstream. Ihre Finessen muss ich als Hörer erst entdecken, nicht anders als im Fall des grossen Jim Hall, der auch erst nach Jahrzehnten in seiner vollen Statur in der Jazz-Landschaft wahrgenommen wurde. Auch Kapilidis ist ein Liebhaber des Halbschattens, des feinziselierten Details, der patinierten Brillanz. Doch wer dafür erst einmal seine Anklangsnerven aktiviert hat, mag von diesem ...