Emilie gähnt. Die Aussicht auf einen Abend, den sie mit pomadisierten Theologiestudenten ihres Vaters zubringen soll, ist öde. Viel lieber liest das Mädchen Zeitungen, die im Hause der Gourds stapelweise liegen; Magazine, Postillen aus dem In- und Ausland, die davon berichten, was sich jenseits ihres Milieus zuträgt, des aufgeklärten, liberalen protestantischen Genfer Bürgertums: «Gleichheit» und «Freiheit» leuchtet es aus den Zeitungsspalten! Das ist es, was Emilie erwärmt. Kein verliebter Blick eines Milchbarts könnte elektrischer sein als die Schlagzeilen aus Frankreich, insbesondere jene in «La Fronde» von Marguerite Durand.
Marguerite Durand! So heisst die Pariser Schausp ...