Wer über grossorchestralen neueren Jazz nachdenkt, kommt früher oder später auf zwei Schweizer, George Gruntz und Mathias Rüegg. Der eine hat mit seiner Concert Jazz Band noch kurz vor seinem Tod im Januar 2013 in New York ein letztes Album eingespielt, der andere löste sein Vienna Art Orchestra (VAO) 2010 wegen fehlender finanzieller Unterstützung auf: Grosse Orchester, auch wenn sie im Jazz in der Regel aus weniger als zwanzig Musikern bestehen, sind riskante und kostspielige Unternehmen. Gruntz und Rüegg leiteten beide – und darauf legten sie Wert – Orchester, keine Big Bands; sie schrieben ihre Musik wie Altmeister Duke Ellington auf die individuellen Klangqualitäten und ...