An diesem Morgen ist Hauptmann Hernán Garzón noch besser gelaunt als sonst. Er schnaubt und vibriert vor Tatendrang. «Komm in mein Büro», begrüsst er mich mit einem Kommando, so laut, als ob ich auf der anderen Seite einer lärmigen Strasse stehen würde und nicht im Kasernenhof direkt vor ihm. «Komm mit. Ein Besucher. Interessant für dich.»
Es wäre ein grosser Fehler, vom martialischen Kasernencharme des Hauptmanns Garzon, 34, Sohn indianischer Bauern, aufgewachsen auf Pferderücken in den sonnenverglühten Llanos, den südlichen Ebenen Kolumbiens, auf eine gewisse Tumbheit zu schliessen. Garcón ist intelligent, hat ein Gespür für Menschen und ein aussergewöhnliches Wissen. Er ...