Die Radikalisierung der irakischen Schiiten, die in der Ermordung von Ajatollah Bakr al-Hakim ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte, löst nicht nur in Washington Ängste aus. Auch die Machthaber im Mittleren Osten verfolgen besorgt, wie die Schiiten das Machtvakuum füllen, das nach dem Sturz von Saddam Hussein entstanden ist. Sollten die irakischen Schiiten im Zweistromland einen Gottesstaat anstreben, könnte das im Mittleren Osten zu neuen Spannungen mit unabsehbaren Folgen führen.
Innerhalb der muslimischen Welt sind die Schiiten mit rund zehn Prozent zwar eine Minderheit. Doch im Irak, im Iran und in Bahrain bilden sie eine Mehrheit, und im Jemen, im Libanon und in Syrien gibt es b ...