Frauen, die lesen, sind gefährlich, heisst es. Aber stimmt das überhaupt? Ist das Lesen nicht ein Echo des Schreibens, das die Männer am liebsten allein und für sich tun? Sind Frauen in Männertexten nicht immer nur Puppen an den Fäden der Meister? Gefährlich wird es erst, wenn die Frauen sich mit Worten bewaffnen, wie in Peter Handkes neuem Stück «Bis dass der Tag euch scheidet». Mit der Doppelpremiere von Becketts «Das letzte Band» und Handkes Antwort darauf sorgten Schauspieldirektor Thomas Oberender und Regisseur Jossi Wieler bei den Salzburger Festspielen für eine wohl einzigartige Konstellation im Welttheater der Geschlechter: Handke hat seinen Frauenmonolog als Echo auf Be ...