In Istanbul herrschte der Ausnahmezustand, als die Spieler der türkischen Nationalelf – sie hatten eben den dritten Platz bei der Fussballweltmeisterschaft errungen – aus dem Fernen Osten zurückkehrten. Millionen jubelten ihnen zu, alle Fernsehkanäle berichteten live. Sie ahnten nicht, wie brisant die Aufnahmen waren: Die Politiker, die sich fast prügelten, um neben den Fussballstars gesehen zu werden, wurden ausgepfiffen. Die Parteigänger der rechtsextremen MHP (Nationalistische Aktionspartei), die kein Fussballereignis verpassen, konnten keine Parteiflaggen schwenken. Die städtischen Mittelschichten hatten den Platz erobert und der Jubel über die Nationalelf war gleichsam ein Ma ...