Wir haben die Künstler, die wir verdienen. Sie sind voyeuristisch, und sie sind puristisch, sie sind wie wir alle. Mit dem Unterschied: Für Künstler lohnt es sich, voyeuristisch zu sein. Man kann damit, wenn man’s kann, gutes Geld machen. Man wird Kunst-Star. Als Purist schafft man es bestenfalls zum Kunst-Kritiker.
Der Fall des französischen Künstlers Balthus (1908–2001), der Maler von Katzen und nachlässig gekleideten Mädchen, ist ein Fall, der das Doppelgesicht von Kunstmarkt und Kunstkritik wunderbar beleuchtet. Den einen gilt er als Pädophiler, dem man Hausverbot erteilt, zum Beispiel letzten Sommer im Museum Folkwang in Essen, einem Haus unter Schweizer Leitung. Den andere ...