Sehr geehrte Damen und Herren, wieder einmal laden Sie mich ein, an Ihrem Seminar, Ihrer Konferenz oder Ihrer Debatte zum altbewährten Thema «Die Rolle der Schriftstellerin und des Schriftstellers in der modernen Gesellschaft» teilzunehmen. Und wieder einmal schmeisse ich die Einladung mit meinem gewohnten Ausruf des Unglaubens in den Müll. Heisst das um Himmels willen, dass Sie noch immer nicht wissen, was diese Rolle ist? Da diskutieren Sie seit (meines Wissens) mindestens dreissig Jahren über dieses öde Thema, und noch immer ist die Sache nicht geklärt? In Ihrer Einladung ist schmeichlerisch von einer «Gruppe renommierter Künstler, Psychologen, Juristen und Lehrer» die Rede, abe ...