Von Zeit zu Zeit macht Altbundeskanzlerin Merkel von sich reden. In wohldosierten Abständen. Es geht ihr um ihr aussenpolitisches Erbe. Sie möchte nicht als die Regierungschefin wahrgenommen werden, die zusammen mit vielen anderen in den grössten europäischen Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg schlafwandelte. Sie will die sein, die die Risiken rechtzeitig erkannte und womöglich – hätte man nur auf sie gehört – die russische Aggression gegen die Ukraine hätte verhindern können. Frau Merkel sagte jüngst in Ungarn nicht sehr viel anderes als dem Standard 2022. Sie habe, 2021, gemeinsam mit Macron ein neues EU-Gesprächsformat mit Putin gesucht. Aber das habe sich damals in der ...