«Wenn ich male, rauscht der Ozean. Die andern planschen im Badewasser.» Bescheidenheit gehörte nicht zu den Tugenden von Salvador Dalà (1904–1989), der im kommenden Mai hundert Jahre alt würde. Der Exzentriker mit den gezwirbelten Schnurrbartspitzen war zweifelsohne einer der bemerkenswertesten Künstler des letzten Jahrhunderts. Nicht, weil er malen konnte wie ein Altmeister, sondern weil er als einer der Ersten begriffen hatte, dass die Wahrheit der Kunst im Zeitalter der Konsum- und Massenkultur ihre uneingeschränkte Vermarktung ist.
«Wenn du das Genie spielst, dann wirst du eines», erklärte er mit einer Unverblümtheit, die viele seiner Zeitgenossen abstiess. Als eine einzige ...