Da ist ein Schmerbauch, sind hängende Schultern, die spitze Nase zwischen hohlen Wangen, bohrende Augen. O Gott, was ist das für ein Mann! Was für ein Wiesel, will man sagen. Dafür leuchtet umso mehr sie. Dafür muss man umso lauter die Frau loben, die diesem Ungustl die Treue hielt und deren Namen da lautet «Die Schöne ist gekommen»: Nofretete. Ihr Gemahl, Echnaton aus der achtzehnÂten Pharaonendynastie, kann ja nichts für sein ästhetisches Unglück. Aber wie nun das Ehepaar auf der Berliner Museumsinsel wiedervereint nebeneinander steht, die Schöne und der Reizlose, findet man einen Grund mehr zu jubeln: Diese Frau ist unerschütterlich! Mindestens so sehr wie der Pharao. Nofret ...