Da steht er, halb im Schatten, vom Scheidungsinferno zermalmt, neben der geschlossenen Tür. Das Gekeife seiner Eltern im angrenzenden Zimmer dreht sich um ihn, den zwölfjährigen Alyosha. Keiner will ihn, weder der Vater noch die Mutter, die Grossmutter schon gar nicht; also bleibt nur das Heim, aber wer sagt’s ihm? Der Junge will sich weinend rauspressen aus dem Elend, denn jeder Satz ist ein Schlag. Nur wenige Sekunden lang richtet sich die Kamera darauf, den Zuschauer trifft es bis ins Mark. «Nelyubov» heisst die russische Tragödie von Andrey Zvyagintsev, der schon mit «Leviathan» seine Meisterschaft unter Beweis stellte. Nelyubov heisst w& ...