Wissen die Leser eigentlich, dass ich eine sehr hübsche Singstimme habe? Natürlich wissen sie’s nicht. Diese Kolumne wird ihnen ja nicht von mir vorgesungen, sondern bloss hingeschrieben, so dass die Leser sie hinterher nicht anhören, sondern nur lesen können. Schade eigentlich. Denn «Die singende Kolumne» wäre gar kein so dolles Ding der Unmöglichkeit, wie der konventionelle Kolumnenkonsument annehmen möchte.
Die Christen in meinem Nachbardorf etwa, die mit dem verwitterten Golgathakreuz in ihrem Garten und den düsteren Sinnsprüchen über der Tür («Dein Stolz führt dich zur Hölle!»), unterhalten ein wöchentlich wechselndes Glaubenstonband, das man über Telefon anhören k ...