Der Engländer Andy Sheppard war nie on the wild side. Von Coltrane, der sein saxofonistisches Ur- und Initialerlebnis war, übernahm er die hymnische Seite, nicht die ekstatisch-expressive. Er wendete, hatte er einmal in den späteren siebziger Jahren sein Instrument und seine Musik entdeckt, Coltranes spirituelles Pathos («A Love Supreme») ins Intime. Anders als Jan Garbarek hatte er meist nicht diesen scharfen, hart glänzenden Saxofonklang im Sinn, sondern ein eher luftiges Klangideal, das an Dewey Redman erinnern mochte oder an Joe Henderson. Ein Raumkonzept, im Gegensatz zu Coltranes manischem Zug zum Horror Vacui. Freie Improvisation bedeutete für Sheppard nie den Verrat an der M ...