Wo es Opfer gibt, gibt es zumeist auch Täter. Die Gegenüberstellung ist eine des Erduldens und des Zufügens, der Unschuld und der Schuld. Die Massenverbrechen der letzten Jahre auf dem Balkan, in Ruanda und wo auch immer sind Beispiele für diese scharfe Gegenüberstellung in Gewaltverhältnissen. Es sind die Konstellationen des Massakers, die darin beschrieben werden: Wehrlosigkeit auf der einen Seite, hemmungsloser Gewaltexzess ohne Risiko effektiver Gegengewalt auf der anderen Seite. Der Beobachter solcher Gewaltkonstellationen ergreift Partei: Mitleid mit den Opfern, Verachtung für die Täter – und die klare Vorstellung, dass er es nicht bei der Beobachtung lassen kann, sondern ein ...