Was Kunst im Kern ausmacht, ist selten auf einen Begriff zu bringen, und ein Begriff selten auf ein Wort. Was, zum Beispiel, unterscheidet in der frei improvisierten Musik, im «Free Jazz», Intensität von Kraftmeierei, spontane formale Kraft von aleatorischer Beliebigkeit? Man muss es spüren, wie beim Action-Painting eines Jackson Pollock, und der Rezensent kann nur darauf hoffen, dass der Leser ihm dabei folgt. Beim Mitschnitt des Duo-Auftritts von James Brandon Lewis (geb. 1983) und Chad Taylor (geb. 1973) am letztjährigen Jazzfestival Willisau scheint mir das diesbezügliche Risiko gering.
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