Was macht Craig Taborns CD «Chants» so aufregend anders als die anderer Piano-Trios? Wir können diese Musik sezieren, ihre Formen beschreiben, die Ostinati, die gleitenden Harmonien, die komplexen metrischen Brüche und Überlagerungen, die Art, wie gelegentlich die Linke des Pianisten und der Bass sich in mächtigen Unisono-Passagen finden und so weiter – und wir verpassen doch die Antwort wie die Chirurgen des 18. Jahrhunderts die Seele, nach der sie in den Leichen auf dem Tisch ihrer anatomischen Theater suchten. Wie Taborn «Jazz» insgesamt nicht für einen Stil (oder eine Summe von Stilen) hält, sondern für eine Haltung, sind ihm alle Finessen nur Details, Mittel für e ...