An dieser Geschichte ist eigentlich nichts neu: ein Gottessohn, geboren von einer Jungfrau an einem ärmlichen Ort. Der Osirismythos erzählt eine solche Episode oder der Kult um Dionysos. Solche Szenen gehörten zu den kulturellen Standard-Topoi der Antike.
Und doch ist in der christlichen Variante alles anders. Denn hier wird das Höchste das Kleinste, das Absolute das Geringste. Hier wird nicht ein Gott unter vielen anderen Göttern geboren, der etwa als Fruchtbarkeitsgott wie Dionysos den Lauf der Jahreszeiten durchlebt und daher immer wieder stirbt und neu zum Leben erwacht. Der Gott des Christentums ist der eine Gott. Es gibt keine anderen Götter neben ihm. Mehr noch: Der ...