Wider Erwarten wurde im Jahr 2015 über die Schlacht von Marignano diskutiert – trotz des Jubiläums oder gerade weil eine Zahl von Historikern und Publizisten am liebsten kein Wort darüber verloren hätte. Was kurios genug war: Sollten nicht Intellektuelle jeden Anlass begrüssen, der es ihnen gestattet, über die Schweiz und ihre Identität zu verhandeln? Denn ganz gleich, zu welchen Schlüssen man auch kommt: Es ist eine Gelegenheit, sich über sich selbst zu vergewissern, es ist eine Aufforderung zu fruchtbarem Streit, es ist eine Möglichkeit, die eigene Sicht auf die Geschichte, die eigenen Vorlieben und Empfindlichkeiten zu verbreiten. Dass man in diesen Milieus lieber auf eine Dis ...