Vollendung ist nicht Vervollkommnung, Vollendung ist der letzte Rest Unerklärlichkeit, der in uns widerhallt. Zumindest könnte man beim Lesen von Maurus Federspiels neuem Buch «Die Vollendung» (2018) auf diesen Gedanken kommen. Es sind sieben Kurzgeschichten, nicht ganz magischer Realismus, auch keine fantastische Literatur, wie es der Hollitzer-Verlagstext seltsamerweise ankündigt. Es geht eher um unauflösbare, existenzielle Ambivalenzen, um fast biblische Prüfungen, die die Figuren wie in den Erzählungen Kafkas in wichtigen Momenten ihres Lebens überkommen.
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