Von Zeit zu Zeit stellt die Weltgeschichte Bilder vor Augen, welche die moralischen Grundfesten einer Gesellschaft zu erschüttern scheinen. Im April 1945, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa, druckte die angelsächsische Presse Fotos von den befreiten Konzentrationslagern Bergen-Belsen, Ohrdruf und Nordhausen. Sie stärkten die alliierte Heimatfront und zerstreuten die letzten Zweifel an dem Feldzug nach Berlin. Die Aufnahmen zeigten Stapel von Toten, abgemagerte Häftlinge in Zebralumpen, halbverkohlte Leichen, einen Bulldozer, der Tote in ein Massengrab schiebt. Anfang Mai folgten die ersten Berichte in deutschen Zeitungen. Die Eroberer schleusten nicht nur die ansässige B ...