Noch vor wenigen Jahren – es war die Zeit der Debatte um nachrichtenlose Vermögen auf Schweizer Banken – musste man den ordentlichen Schweizer Geschichtsprofessoren nicht mit dem «weichen» Faktor kommen. Sie hielten sich an ökonomische Kausalitäten und harte Fakten. Kultur galt als etwas Abgeleitetes, obwohl sich die Menschen gerade dadurch von anderen Wesen unterscheiden, dass sie sich selbst beschreiben. Als 2001 der Bergier-Bericht endlich vorlag, war das öffentliche Interesse erloschen; die Fördermittel, die in einem bis dahin nie gekannten Ausmass flossen, versiegten. Selbst unter Historikern hatte man genug vom Aufarbeiten und frönte lieber der weichen Geschichte.
Einer der ...