Freiburg i. Br.
Eine meiner vielleicht ersten sozialen Erfahrungen war das Gefühl, einer Minderheit anzugehören. Nicht, dass ich mich als Kind irgendwie ausgegrenzt gefühlt hätte. Aber als Pfarrerssohn war man in einer Landgemeinde nun einmal ein ziemlich ausgestelltes Lebewesen, dem Erwachsene immer wieder in Erinnerung riefen, dass von ihm – im Unterschied zu anderen Kindern – Wohlanständigkeit unbedingt erwartet werde. Früh wurde mir deutlich, dass wir als Baseldytsch sprechende Familie in Aarburg einen dialektal äusserst schweren Stand hatten: Man wollte mich vor der Einschulung zur Logopädin schicken, weil ich das R nicht rrrollen konnte. Etwas später wusste ich ...