Auf den ersten Blick wirkt das schweizerische Parteiensystem wie in Beton gegossen. Auch wenn sich die Stärkeverhältnisse in den vergangenen zwanzig Jahren zum Teil dramatisch verändert haben, kann man sich doch nicht so recht vorstellen, dass sich die Kräfte im bürgerlichen Lager vollkommen neu gruppieren. Ein Übertritt von mehreren Nationalräten und Ständeräten in eine andere Partei, während diese selbst wichtige Mitglieder an eine dritte Partei abgibt: Das wirkt fast unschweizerisch.
Trotzdem ist es nicht unmöglich, wie die Geschichte lehrt. Als 1894 die heutige FDP unter diesem einst Respekt verströmenden Namen gegründet wurde, war dies der Endpunkt einer mehrere Jahrzehnte ...