Die beste Einführung in die Nazizeit sind noch immer die atemraubend dichten Dokumentationen von Joseph Wulf und Léon Poliakov: vor allem «Das Dritte Reich und die Juden» und «Das Dritte Reich und seine Denker». Allein schrieb Wulf zudem mehrere Bücher über die Kultur und Presse im NS-Staat. Sie vermitteln unendlich viele O-Töne von Tätern und Mitläufern, oft solchen, die auch nach 1945 wieder Karriere machten. Einzigartig an den Quellenbänden ist, dass sie bereits in den fünfziger und sechziger Jahren wider den Trend der Zeit die Verfolgung und Vernichtung der Juden ins Zentrum rückten.
Der KZ-Überlebende Wulf sagte einmal, Auschwitz sei seine eigentliche Universität gewese ...