Aristide Maillol gilt – nach Rodin – als der bedeutendste französische Bildhauer des zwanzigsten Jahrhunderts. Sein ganzes künstlerisches Schaffen umkreiste das Faszinosum weiblicher Formen. Schon kurz nach der Jahrhundertwende schuf der den Nabis nahe stehende Plastiker neoklassische Frauenstandbilder, und in immer neuen Werken goss er in den folgenden Jahrzehnten ein zeitloses, etwas hüftbetontes Schönheitsideal in dunkle, glatte Bronze.
Maillol dürfte kaum mehr damit gerechnet haben, dass ihm seine hehre Vision schliesslich in Fleisch und Blut entgegentreten würde. Immerhin ist der Künstler bereits dreiundsiebzig Jahre alt, als er Dina Vierny kennen lernt. Ein stattliches Alte ...