Jedes Jahr im Frühling, wenn es um den Übertritt ins Gymnasium geht, ertönt dieselbe Klage: Das Schweizer Bildungssystem sei sozial ungerecht. Kinder von Akademikern würden den Sprung ins Gymnasium auch dann schaffen, wenn sie nicht die hellste Kerze auf der Torte seien, während klügere Schüler aus Arbeiterfamilien auf der Strecke blieben. Dass das Schweizer Schulwesen ein Ausbund von Ungerechtigkeit ist, ist das neue Dogma in der Bildungspolitik. An Forderungen, wie dieser angebliche Missstand zu beheben sei, fehlt es nicht: Der Staat müsse dringend in die frühkindliche Bildung investieren, heisst es. Und die Maturitätsquote von 20 Prozent m ...