Wer will heute noch Lehrer werden? Die heile Welt des gutbezahlten Beamten und Ferienverwalters wurde kontinuierlich wegreformiert. Was einst als Berufung galt, ist in den Augen vieler zu einer nervenaufreibenden Tätigkeit geworden.
In den 1970er Jahren war das noch anders. Neben dem Pfarrer, Arzt und Gemeindepräsidenten gehörte der Lehrer zu den Dorfkönigen. Er war stolz auf seinen Beruf, genoss den Respekt von Eltern wie Kindern und festigte seine Autorität mit Monologen, in denen er sein breites Wissen zelebrieren durfte.
Die Entmystifizierung des Berufsstandes begann in den 1980er Jahren. Aus dem provinziellen Universalgenie von früher wurde ein Erzieher, der unter der Last der ...