Seit vierzig Jahren singt sie auf keiner Bühne, seit über zwanzig ist sie nicht mehr öffentlich zu sehen, gibt keine Interviews, keine TV-Auftritte, noch nicht mal Paparazzi-Bilder gibt es. Dennoch: Mina Mazzini, kurz «Mina» genannt, ist bis heute die ikonischste Sängerin, die Italien je hatte, in lange Seidenroben gekleidet, mit blondgefärbten Haaren, aufwendigem Sechziger-Jahre-Schmuck und rasierten, künstlich nachgezeichneten Augenbrauen. Niemand trug Lidschatten so schwermütig-chic und seltsam asymmetrisch auf wie Mina. Ins Tonstudio auf der Via Gregoriana fuhr sie in Unterwäsche und Pelzmantel. Dort angekommen, liess sie sich aufwendig ...