Herr Professor Ris, Sie sind Experte für das Fluchen, die Malediktion. Wie kamen Sie zu dem Forschungsgebiet?
Das begann schon früh. Als junger Assistent interessierte ich mich für Soziolinguistik, für die sozialen Unterschiede in der Sprache. Die sind ausgeprägt im Bereich des affektiven Wortschatzes, bei Schimpfwörtern und bei emotionalen Ausdrücken wie Flüchen. Vor dreissig Jahren begann ich ausserdem die Arbeit an einem grossen berndeutschen Wörterbuch. Dabei stiess ich natürlich auf sehr viele Fluchwörter. Fürs «Zürichdeutsche Wörterbuch» trug ich ebenfalls eine Reihe von Schimpfwörtern bei. Das Gebiet der Flüche ist in der Schweiz nicht untersucht. Mich interessierte, ...