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Duzis wider Willen
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Manieren

Duzis wider Willen

Das höfliche Sie verschwindet zunehmend aus unserem Alltag. Ungefragt wird man überall ­geduzt, in der Schweiz sogar noch viel häufiger als in Deutschland. Ist man in der Duz-Falle drin, kommt man nicht wieder raus.
Neulich in einem Kleiderladen. «Kann ich dir helfen?», fragt die Verkäuferin mit einem ­Lächeln. Kenne ich diese Frau? Nein, ich habe sie noch nie gesehen. Ich wähle die Vermeidungsstrategie der dritten Person Singular. Statt: «Hast du das Hemd noch in einer anderen Farbe?», frage ich: «Gibt es das Hemd noch in einer anderen Farbe?» – «Nein», sagt der, «aber das Rot steht dir doch super!» Hätte ich ihr mein Sie entgegenschleudern sollen? Und mich damit dem Vorwurf aussetzen lassen, ich sei eine Spiesserin? Die Verkäuferin war nicht älter als 25, ich bin locker zwanzig Jahre älter – mit dem Beharren auf der Höflichkeitsform hätte ich mich noch älter gemacht, als ich ...
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