Auch am diesjährigen 1. August werden wieder unzählige Eidgenossen peinlich berührt die Schnecken zu ihren Füssen oder die letzten Tropfen im Pappbecher studieren, wenn die Landeshymne angestimmt wird. Kein Wunder, verlangte kürzlich eine Motion vom Bundesrat, Schluss zu machen mit Schwulst, Pathos, Männertümelei und religiös verbrämtem Nationalismus und eine Landeshymne zu verfassen, die «dem aus der Geschichte Gelernten entspricht». Der Bundesrat beantragte die Ablehnung der Motion, weil es – salopp zusammengefasst – in der heutigen, heterogenen Schweiz gar nicht so einfach sei, eine neue allseits gefällige Hymne zu kreieren. Das zeugt von einer echt demokratischen Gesinnun ...