Das Rote Kreuz wurde in einer Zeit gegründet, 1863, als die Menschen sich noch keine Illusionen machten. Kriege wurden als unausweichlich hingenommen, moralische Fragen stellte man sich kaum. Davon blieb die Genfer Organisation geprägt: Es ging ihr nicht darum, die Welt zu verbessern, sondern Leid zu lindern. Dieser fast agnostische Realismus wirkt heute antiquiert – eine leicht erregbare Öffentlichkeit erwartet mehr. Wie kann das IKRK schweigen, wenn es doch weiss, wie schlimm es in diesen Gefängnissen zu und her geht? Was haben die Genfer mit Regimes zu verhandeln, die die Menschenrechte mit Füssen treten?
Jahrzehntelang hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz diesem Druck wi ...