Es gibt nichts Widerlicheres als Folter. Kein Staat dieser Welt würde sich trauen, Verstümmelungen oder Elektroschocks als legitime Mittel der Informationsgewinnung zu bezeichnen – obwohl erschreckend viele Regierungen genau diese Mittel anwenden, im Nahen Osten, in Afrika, in Südamerika. Die Debatte, die in den westlichen Ländern derzeit aufkeimt, dreht sich denn auch nicht um die kruden Formen der Folter, sondern um das, was in der englischsprachigen Literatur «torture lite» genannt wird: Schlafentzug, stundenlanges Verharren in unbequemen Positionen, verschiedene Formen von Demütigung. Darf man also geständige Terroristen durch körperlichen und psychischen Druck zum Reden bring ...