Mit dumpfer Lust zelebriert der von einem wendigen Theologen geführte Blick eine neuerliche Hämekampagne gegen die ehemalige Bundesrätin Elisabeth Kopp. Das schwindsüchtige Boulevardblatt ergötzt sich seit über einer Woche am finanziellen Niedergang der früheren Spitzenpolitikerin und ihres Ehemanns, der nach landläufig falscher Auffassung zu den notorischen Wirtschaftskriminellen der Schweiz gehören soll. Der dröhnende Moralisten-Ton der Berichterstattung passt zur Artikelserie, die sich am emotionalen Primitivreservoir frühneuzeitlicher Treibjagd-Rituale bedient – bis das Opfer schliesslich erledigt und ausgeweidet am Boden liegt.
Es ist so bezeichnend wie befremdend, dass Kam ...