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Ehrenhafte Rechtsbrecherin
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Ehrenhafte Rechtsbrecherin

Sie widersetzte sich dem Bundesrat und dem Roten Kreuz und rettete Leben: Anne-Marie Im Hof-Piguet (1916–2010) führte im Zweiten Weltkrieg jüdische Flüchtlingskinder über Jurafelsen in die Schweiz – und schwieg über ihre Erlebnisse vierzig Jahre lang. Von Daniele Muscionico und Arifé Aksoy (Illustration)
Falsche Identitätskarten? Nichts leichter als das! In einem der bombardierten elsässischen Bürgermeisterämter, deren Archive verbrannt sind, werden sie ausgestellt: ein neuer Name, ein Stempel, ein bisschen Schmutz vom Fussboden. Was liegt in der ­anderen Waagschale? Die Deportation der Kinder! Das Sammellager Drancy, der Ort der Schoah in Frankreich, dann Auschwitz-­Birkenau. Und ewige Mitschuld der Schweiz! ­Einen Fluchtweg durch die Hintertür in das neutrale Land: Anne-Marie muss ihn finden, sie muss handeln. Und gelte es, das Gesetz zu brechen, und koste es Namen, Ehre und ihr Leben. Am 11. November 1942 fasst die 26-jährige Jurassierin Anne-Marie Piguet, freiwillige Rotkreuzhel ...
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