Ehrenrettung der Eifersucht
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Ehrenrettung der Eifersucht
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Zeitgeist

Ehrenrettung der Eifersucht

Eifersucht brennt, zerstört, mordet. Im Gefolge der #MeToo-Debatte werden nicht nur angeblich unpassende Bilder abgehängt, auch die Eifersucht soll wegpsychologisiert werden. Damit aber verschwindet sie nicht. Die dunkle Schwester der Liebe gehört zur Kunst. Und sie bleibt Teil unsere Lebens.
Auf dem Gemälde «Eifersucht» von Edvard Munch aus dem Jahr 1907 stehen im Hintergrund eines grüntapezierten Raumes ein Mann und eine Frau unter der Tür. Sie trägt ein langes rotes Kleid, die beiden Körper scheinen in einem Kuss zu verschmelzen. Im Vordergrund blickt das bleiche Gesicht eines ­Mannes aus dem Bild, den die Szene in seinem Rücken aufzuzehren scheint. Die ganze Pein spricht aus dem Ausdruck des Eifersüchtigen. Es soll der Dichter Stanislaw Przybyszewski sein und die Frau in der fremden Umarmung seine Frau. Munch war mit dem polnischen Schriftsteller befreundet, der die Frauen liebte; es kam vor, dass sich die Freunde für di ...
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