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Eine neue Aufrichtigkeit bricht sich Bahn.
Ehrlich währt am längsten»: Wir kennen das Sprichwort und lügen doch ständig. «Guten Tag», sagen wir, und denken im Traum nicht daran, das Gegenüber möge ­einen angenehmen Tag haben. Ein Leben ohne Höflichkeitsfloskeln: schwierig. Sollen wir vielleicht einer armen Mutter ins Gesicht schleudern, wie potthässlich ihr Baby ist? «So ein schönes Kind», lügen wir. Es scheint nun aber, dass sich eine neue Ehrlichkeit Bahn bricht. Fast täglich lesen oder hören wir: «Ganz ehrlich», «ehrlich gesagt», «um ehrlich zu sein». Oder: «Sind wir ehrlich.» Und spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo wir rufen müssen: «Halt, so nicht, diese Ehrlichkeit ist uns zuwider.» Wen ...
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