Chinas Aussenminister Wang Yi äusserte sich kürzlich in einer Deutlichkeit, wie sie selten vorkommt – nicht nur für chinesische Verhältnisse, sondern in der diplomatischen Welt überhaupt. Seinem deutschen Kollegen Johann Wadephul riet er, in Zukunft keine «Mikrofon-Diplomatie» zu betreiben – also lautstarke Erklärungen abzugeben, die nur dazu dienen, bei heimischen Medien und Unterstützern Applaus einzusammeln. Ausserdem solle der Chef des Auswärtigen Amtes in Berlin «keine unbegründeten Anschuldigungen [. . .] erheben, die den Tatsachen widersprechen».
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