Als das «Buch der Unruhe» von Fernando Pessoa auf Deutsch erschien, wurde es mit dem Slogan empfohlen: «Das traurigste Buch Portugals». Doch das war nicht ganz richtig. Diese Auszeichnung war bereits vergeben, und zwar an den Lyriker António Nobre (1867–1900) für seinen Gedichtband «Só» (Allein). In Pessoas Notizen findet sich die Bemerkung: «Dieses Buch [das Buch der Unruhe] ist eine einzige Wehklage. Wenn es denn geschrieben ist, wird ‹Allein› nicht mehr das traurigste Buch Portugals sein.»
Traurigkeit als Empfehlung ist in unseren marktgerechten Breitengraden ungewöhnlich. Nicht jedoch bei Portugiesen. Sie haben ein einzigartiges Talent zum Traurigsein entwickelt, das v ...