Wo’s um so subjektive Wahrnehmungen geht wie beim Essen und Trinken, sind Massstäbe und Notensysteme noch fragwürdiger als sonst wo. Es gibt keinen Ur-Meter des Genusses, die Materie ist eines, die Stimmungslage des Geniessers ein anderes. Allein, gerade deshalb klammern sich alle an Noten und Punkte. Als ob’s so etwas gäbe wie ein absolutes Urteil. Dabei ist, nach Massgabe von Anspruch, Voraussetzungen, Einsatz der Mittel und Preis, Vollkommenheit auf unterschiedlichsten Niveaus denkbar.
Einer, der das weiss, ist Telmo Rodríguez, 45, aufgewachsen auf Remelluri, dem legendären Gut seines Vaters in der Rioja, seit 1998 sein eigener Herr als Chef der Compañía de Vinos Telmo Rodríg ...