Herr Coelho, kein lebender Schriftsteller hat eine kurvenreichere Biografie als Sie. Journalist, Theaterregisseur, Buchverleger, Plattenmanager, Songtexter, LSD- und Kokainjunkie, Folteropfer, Satanistenjünger, Psychiatrie-Insasse, Autor von Büchern, die sich 135 Millionen Mal verkauft haben: Was empfinden Sie, wenn Sie auf Ihre Vita zurückblicken?
Zuerst Verblüffung – und dann grosse Fremdheit. Wenn ich im Internet auf  einen Lebenslauf von mir stosse, denke ich: «Was, diese Person sollst du sein?» Beim Wiederlesen meiner Bücher sage ich manchmal laut vor mich hin: «Mein Gott, dieser Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela, das warst ja du!» Der Mensch, dem ich da begegn ...