Monsieur Boulez, Sie haben gerade ein Sabbatjahr hinter sich, das mit Ihren Auftritten in Luzern nun zu Ende geht. Sabbat heisst für Sie wohl kaum Ruhestand.Natürlich nicht. Ich habe dieses Jahr fürs Komponieren benutzt. Ich möchte das mehr und mehr machen. Zwar habe ich Konzerte, die ich dirigiere, immer noch gerne; es sind ja Werke, die ich liebe – das ist wie ein Wiedersehen mit alten Freunden. Aber selbstverständlich bin ich nicht mehr der Jüngste, die Zeit übt ihren Druck aus.
Ein von Ihnen geschätzter Kollege, Daniel Barenboim, hat sich kürzlich sehr pessimistisch geäussert: Das Publikum lehne die neue Musik ab. Teilen Sie diese Meinung?Das ist ein alter Vorwurf; die so gen ...