Einst war ich Stammgast nicht im «Theaterrestaurant», sondern im benachbarten Stadttheater Schaffhausen und besprach für die einheimische Presse Gastaufführungen des Schauspielhauses Zürich. Besonders eine Inszenierung von Lessings «Minna von Barnhelm», die das liebliche Lustspiel gnadenlos aktualisierte, ist mir in Erinnerung geblieben. Der Regisseur Jürgen Flimm revoltierte schon in der Programmzeitung: einen Klassiker zu zeigen, heisse eine Kerze von beiden Seiten anzünden. Man müsse die alten Muster aus den Köpfen pusten. Damit löste er in Zürich eine gewaltige Theaterkontroverse aus, während man im vierzig Kilometer entfernten Schaffhausen die Inszenierung einfach nur geno ...