Tahar Ben Jelloun antwortet in seinem Büchlein «Papa, was ist der Islam?» seiner verunsicherten Tochter auf ihre Fragen nach den Anschlägen vom 11. September. Er will erklären, «wie eine Zivilisation, die so brillant war, heute von Dekadenz und Vorurteilen betroffen ist». Der marokkanische Romancier könnte es sich bei Gott einfacher machen. Viele Westler nämlich werden das Werk naiv und beschönigend finden und viele Muslime zu kritisch oder zu liberal. Und belletristische Lorbeeren sind durch die so bewusst schlicht gehaltene Sprache nicht zu holen.
Dabei ist Ben Jelloun ein Virtuose, wie er unter anderem mit dem Roman «Sohn ihres Vaters» bewies, der Geschichte eines Mädchens, d ...