Ein Winterabend, der Konferenzraum eines Berliner Luxushotels. Steve McQueen – Fotograf, Künstler, Turner-Preisträger, seit ein paar Jahren auch Filmemacher – sitzt allein am Ende einer zehn Meter langen Tafel und blickt gedankenversunken zur Decke. Er sieht trotz seiner imposanten Gestalt etwas verloren aus. Dabei ist der 44-Jährige so etwas wie der Mann der Stunde: McQueen ist der erste schwarze Regisseur, der für Hollywood einen Film über die Sklaverei gedreht hat. Die Kritik ist voll des Lobes. Bei der Oscar-Verleihung im März, so vermuten viele, dürfte an «12 Years a Slave» kaum ein Weg vorbeiführen. McQueen weiss das. Aber er gibt sich alle Mühe, dies so wenig wie mögl ...