Graziella Contratto ist der Alptraum eines jeden Dirigenten widerfahren. Als sie während des Studiums zum ersten Mal vor einem Orchester stand, legte sie so viel Schwung und Ausdruck in den ersten Takt, dass sie strauchelte und prompt vom Podest fiel. Der Dirigierstab flog bis zu den Klarinetten.
Aber die Schwyzerin ging ihren Weg und schaffte es bis zum Rolls-Royce unter den Orchestern: 1998 wurde sie Assistentin von Claudio Abbado bei den Berliner Philharmonikern. Auch wenn sie dort zwei Jahre lang nur selten Proben leiten durfte und mehr Tage im Archiv als auf dem Podium verbrachte – danach ging es Schlag auf Schlag. 2000 wählte sie das Orchestre National de Lyon unter David Robertso ...