Solang sich noch einer an einen Verstorbenen erinnert, ist er nicht tot. Auf den Jazz angewandt: Wer noch imitiert wird, lebt. So gesehen ist Miles Davis gute zwanzig Jahre nach seinem Tod von geradezu erdrückender Lebendigkeit. Seine Epigonen sind sonder Zahl. Trompeter dagegen, die bei dem Mann anknüpfen, der einmal auch das Vorbild des jungen Miles war, sind rar. Aus einem einfachen Grund. Die flamboyante Improvisationskunst von Dizzy Gillespie ist technisch so anspruchsvoll, dass sich jeder Nachfolger als Kopist blamiert – allenfalls in der Lage, die Schnellfingerkünste nachzuahmen, niemals aber Dizzys Verve, Power, Humor. Mutatis mutandis gilt das für den ganzen Musikstil, den Gil ...