Ein kränkliches Mangelwesen sei die Frau, befanden die alten Griechen. Aristoteles sah sie als impotente Missgeburt, die mangels Lebenswärme Blut nicht wie der Mann zu Samen kochen könne. Die Gebärmutter gilt in der Antike als heimtückisches Wesen, das im Körper herumwandert, sich an Organe krallt oder im Kopf festbeissen kann (griechisch «hystera», Gebärmutter). Im Mittelalter kommt zur körperlichen und seelischen Minderwertigkeit der Frau die theologische hinzu: Sündhaft sei das Weib seit Eva, lehren die Kirchenväter und knüpfen Menstruation und Geburtsschmerz an die Erbschuld. Geburtshilfe ist damit Frauensache.
Mit der Aufklärung jedoch wächst das Interesse der Männer an ...